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Kann man sich einen bunteren, chaotischeren, aber deshalb nicht weniger ernst gemeinten Widerstand vorstellen? Für alle, die mit dem falschen Nachnamen geboren wurden, war der Herbst ’43 schwarz wie Kohle. Vielleicht kommt Aride Mestolari deshalb auf die waghalsige und geniale Idee, den kleinen Cali an die Hand zu nehmen und von heute auf morgen eine ungewöhnliche Gruppe von Bergleuten zu mobilisieren. Der kategorische Imperativ ist, sein Leben zu retten – sein eigenes und das der anderen – trotz einem scheinbar schon vorbestimmten Schicksal. Mit einem Blick, der ständig abschweift und doch vor Wahrheit strotzt, hat Paolo Colagrande eine Lücke in der Geschichte aufgetan. An der Schnittstelle zwischen La vita è bella und Train de vie, entstand ein wunderbarer, amüsanter und mitreißender Roman über den Glauben an den menschlichen Erfindungsreichtum und die rettende Kraft der Worte.

Herbst 1943. Einem uralten Fluch zufolge – der aus dem Nichts erfunden und dem deutschen Kommando als volkstümliche Legende verkauft wurde – ist in den Tiefen einer Kohlenmine am Ufer des Rio Fogazza ein chinesischer Riesensalamander versteckt, der jeden Fremden, der sich ihm nähert, auf der Stelle durch Stromschlag töten kann. Für den Juden Mozenic Aràd, der kurz vor den Rassengesetzen gut daran getan hat Aride Mestolari zu werden, ist die zufällige Entdeckung der Mine die einzige Hoffnung, sich und seine Familie zu retten. Und so stellt Aride ein Team von Leuten zusammen, die andernfalls dem sicheren Untergang preisgegeben wären – eine Gymnasiallehrerin, einen Cembalospieler, einen Laufburschen und eine unbestimmte Anzahl von irregulären Personen, die sich über Nacht die Titel Geologe, Bergmann, Heizer, Zimmermann oder Sprengmeister anheften – und beginnt, Kohle an die Miliz zu verkaufen und dieselben dabei aus Angst vor dem feuerspeienden Untier von der Mine fernzuhalten. Bis der Kommandant Major Aginolf Dietbrand von Appensteiner Verdacht schöpft… Nach La vita dispari legt Paolo Colagrande einen Roman vor, der vor Intelligenz und Erfindungsgabe nur so strotzt. Seite für Seite konstruiert er eine Lüge, die so groß ist wie ein ganzes Land: der geniale Plan einer Handvoll Juden aus der Po-Ebene, ihr Leben zu retten.

 

 


Paolo Colagrande wurde 1960 in Piacenza geboren. Er hat folgende Romane veröffentlicht: Fídeg (Alet 2007, Premio Campiello Opera Prima für das beste Erstlingswerk, Finalist beim Premio Viareggio, Neuauflage als Taschenbuch bei Einaudi 2022), Kammerspiel (Alet 2008), Dioblú (Rizzoli 2010), Senti le rane (nottetempo 2015, Premio Campiello Selezione der Literatenjury). Bei Einaudi hat er La vita dispari (2019) veröffentlicht, Finalist beim Premio Campiello, und Salvarsi a vanvera (2022).

 

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