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Die an einem omenhaften Regentag geborene Virdimura trägt den Namen des Mooses, das hartnäckig aus den Mauern von Catania wächst, und weiß fast nichts über ihre Geburt. Sie wird von ihrem jüdischen Vater erzogen, Meister Uria, Arzt und „der höchste der Juden, der stärkste, der heiligste“. Ein Mann, der die Geheimnisse der Kräuter und die Fortschritte der Wissenschaft kennt, der viele Sprachen spricht, der weiß, dass man von allem lernen muss: von der Natur, von der Straße, von der Poesie. Er lehrt Virdimura, Körper und Seele zu heilen, ohne zwischen Muslimen, Christen oder Juden zu unterscheiden. Und vor allem gibt er ihr das wichtigste Geheimnis mit auf den Weg: „Die Medizin verlangt kein Können. Nur Mut“.

Diese Worte wiederholt Virdimura, inzwischen betagt, vor der Kommission von Richtern, die darüber entscheiden sollen, ob ihr, der ersten Frau in der Geschichte, eine „Lizenz zum Heilen“ erteilt werden soll. Und vor ihnen zeichnet Virdimura in einem lebendigen Bericht ihr ganzes Leben nach: den Kampf ihres Vaters gegen die Typhusepidemie, die die Stadt heimsuchte, die Einsamkeit nach seinem Tod, die unermüdlichen Studien in den Büchern, die er ihr hinterließ, die Frauen, die sie heimlich besuchte und nachts operierte, die Anschuldigungen der Hexerei, gegen die sie sich wehren musste, und vor allem die Verbundenheit mit Pasquale, ihrem Jugendfreund, der nach einer langen Lehrzeit im Osten, ebenfalls Arzt, an ihre Seite zurückkehrte, um immer an ihrer Seite zu bleiben, ein treuer Verbündeter gegen alle Angriffe des Schicksals.

Vor dem Hintergrund eines Catania, in dem das Leben, der Handel und die Religionen brodeln, wo sich die Schicksale im Schatten des lodernden Ätna kreuzen, zeichnet Simona Lo Iacono das grandiose Porträt einer unvergesslichen Protagonistin, die stolz und mutig gegen den Aberglauben kämpft.

 

 

 

 

 


Simona Lo Iacono wurde 1970 in Syrakus geboren und ist Richterin am Berufungsgericht Catania, Abteilung für Jugend- und Familienrecht. Zu ihren Romanen gehören Le streghe di Lenzavacche, Gewinner des Chianti-Preises und einer der zwölf Finalisten für den Strega-Preis 2016, Il morsoL’albatro (Der Albatros)La tigre di Noto, 2022, und Il mistero di Anna.

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