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Berlin, 1944. Helga ist ein Kind, das die Realität des Krieges in einem Land erlebt, das am Rande der Niederlage steht, in einer Stadt, die durch Bomben zerstört und vom Hunger geplagt ist. An einem Dezembermorgen ist das Mädchen aufgeregt, sie will „ihn“ nicht treffen. Ihr Großvater hat ihr immer gesagt, dass er ein böser Mann ist, der Hauptverantwortliche für ihr Leid. Aber sie hat keine Wahl: Zusammen mit ihrem Bruder Peter muss Helga in den Führerbunker gehen: Sie gehören zu den „kleinen Gästen“, die ausgewählt wurden, um Adolf Hitler persönlich zu treffen, eine letzte, vergebliche Propagandaaktion, um die Moral des Volkes zu stärken. Der Bunker wirkt traurig und stinkend, aber was sie am meisten beeindruckt, sind die Lager, die so mit Vorräten vollgestopft sind, dass man die ganze Stadt damit ernähren könnte. Der Nazi-Führer ist nicht so, wie Helga erwartet hat: Der Mann, dem sie an diesem Tag die Hand schüttelt, erscheint ihr als ein müder, kränklicher alter Mann, der mehr Mitleid als Angst erregt. Eine schreckliche Begegnung an der Schwelle zu einem neuen Leben. Ein Moment, der zum Symbol für einen Krieg wird, der nun vorbei ist, und für die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, die für das Mädchen die Rückkehr ihres Vaters von der Front und den Umzug in ein kleines Dorf in Österreich bedeutet, wo ihre Großeltern leben. Dort spürt Helga zum ersten Mal, dass sie glücklich sein könnte. In der Schule lernt sie andere kennen, die ihr ähnlich sind, und verbringt zwischen neuen Freundschaften, einer ersten Verliebtheit und kleinen Missverständnissen einen unbeschwerten Sommer, der endlich einen Anschein von Normalität hat.

 

 


Helga Schneider wurde 1937 in Steinberg in Schlesien geboren, einem umstrittenen Gebiet, das nach dem Zweiten Weltkrieg an Polen abgetreten wurde. Seit 1963 lebt sie in Italien, in Bologna. 1995 gelang ihm mit Il rogo di Berlino (Adelphi), das mit dem Rapallo-Carige-Preis ausgezeichnet wurde, ein großer Erfolg, dem mehrere weitere Romane folgten, die in verschiedene Sprachen übersetzt wurden. Die schottische Regisseurin und Drehbuchautorin Polly Steele drehte einen Film über sein Leben, Let Me Go.

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